Audi

Audi AG (für KMS)

Dokumentation zum museum mobile, Ingolstadt KMS Designphilosophie

Das Gastmahl des Gestalters - eine symbolische Schlüsselübergabe. "Sie sind abends eingeladen. Ihr Gastgeber führt Sie durch sein Haus. Sie lassen Raffinesse und Harmonie des Ambientes auf sich wirken. Das Essen verwöhnt Ihren Gaumen, die Weine sind kostbar, die Musik vertreibt letzte Alltagsreste aus Ihren Gedanken. Sie entspannen sich, sitzen bequem, der Raum ist angenehm temperiert. Das Tischgespräch ist anregend, die Themen anspruchsvoll. Doch letztlich ist es die kultivierte Persönlichkeit des Gastgebers, die den Abend zu einem Erlebnis macht. Schon die Begrüßung hat verraten, daß sein Charisma die Begegnung tragen wird.

Eine unserer Aufgaben als Gestalter lautet: die Zukunft emotionaler Erinnerungen zu erfinden. Wir inszenieren die Unternehmenspersönlichkeit exakt entlang der Grenze zwischen Intimität und Öffentlichkeit.

Die auf den Märkten konkurrierenden Unternehmen und Produkte gleichen einander zunehmend in Bezug auf die so genannten ‚hard facts‘. Deshalb sind es ‚weiche‘ Faktoren wie menschliche Wärme, Humor und emotionale Intelligenz, die einen Unternehmensauftritt glaubwürdig und unverwechselbar machen. Wir haben versucht, dem museum mobile seine Gastgeberolle buchstäblich auf den Leib zu schreiben. Sie soll nicht mehr sein als die Verdoppelung der Unternehmensidentität in einem stimmigen Zeichenensemble. In solch einem Codierungsprozess muss der Gestalter die Sichtweise des Unternehmens annehmen, damit weder ein Mangel noch ein Überschuß an Bedeutung geschaffen wird. Am schönsten wäre es, das Museum spielte nach drei Jahren des Probens und Entwickelns nun sich selbst, ohne seinen Gästen etwas vorzuspielen. Hierin wird sich erweisen, ob unsere Arbeit gelungen ist, denn keine der gestalterischen Antworten auf die Fragen nach Authentizität konnte von vornherein feststehen. Authentizität zeigt sich erst im Gebrauch."